Garten & Haus

Rosenpflege im Jahresverlauf: Pflanzen, düngen und schneiden

Von Hans Heinrich Möller

Die besten Tipps für die Rosenpflege im Gartenjahr zusammengestellt von einem Experten: ‎ Was für einen Boden brauchen Rosen? Wann ist die beste Zeit zum Rosen düngen und schneiden? Wie viel Sonne brauchen Rosen? So wird Ihr Garten zum echten Rosenparadies.

Rosa damascena „Rose de Resht“, eine um 1880 in Persien gefundene Sorte. Öfter blühend, stark gefüllte, purpurrote Blüte. Intensiver Duft, hohe Blattgesundheit. © Hans Heinrich Möller

Inhaltsverzeichnis

Die Rose zählt zu den ältesten Nutz- und auch letztendlichen Kulturpflanzen der Welt. Davon zeugen Funde in unterschiedlichen Regionen, auch auf der nördlichen Halbkugel.
Seeleute und Forscher, die begannen die Erde zu entdecken, brachten fremde Rosen-Arten und Sorten mit nach Europa. Erste Rosengärten wurden angelegt. Anfangs entstanden durch Zufallskreuzungen neue Sorten. Die eigentliche, gezielte Rosenzucht begann etwa um 1850.
Aus diesen Anfängen ist die Züchtung der heutigen modernen Gartenrosen entstanden. Darüber hinaus werden heute Rosen für die Floristik und den Innenbereich gezüchtet. Die beiden letzten Gruppen sind für den Hausgarten nicht geeignet und können somit hier vernachlässigt werden.

Rosen pflanzen: Standortwahl und Bodenvorbereitung im Garten

Um langfristig Freude an den eigenen Rosen im Garten zu haben, ist ein optimaler Standort zu wählen. Ein luftiger, von der Sonne durchfluteter Platz ist für Rosen ideal.
Der Boden sollte tiefgründig, für Luft und Wasser durchlässig sein. Bei Neuanlagen ist besonders wichtig, dass der Boden von Unrat aus der Bauphase befreit wird. Dann sollte eine Tiefenlockerung bis zu 50 cm möglichst mit einem Minibagger erfolgen. Fehlender Mutterboden ist mit guter, sauberer Erde aufzufüllen. Der pH-Wert muss vor der Pflanzung gemessen werden. Er sollte für Rosen und andere Gehölze zwischen 5,5 und 7,0 liegen.
Bei niedrigeren Werten muss der Boden mit entsprechenden Kalkgaben nach oben verändert werden. (Moorbeetpflanzen wie Rhododendron brauchen einen pH Wert darunter).

Rosen und die Gruppen der Gartenrosen, Auswahl der Sorten

Unsere Gartenrosen gliedern sich in sieben Hauptgruppen:
Beetrosen: Es handelt sich hier um kompakt wachsende Sorten bei einer Höhe von 40 bis max. 100 cm. Die Blüten stehen in Dolden, sind mehrfach blühend, unterschiedlich gefüllt, teilweise auch duftend.

Beetrose „Souvenir de Baden-Baden“ © Hans Heinrich Möller

Edelrosen: Diese Gruppe zeichnet sich durch besonders edel geformte Blüten aus, die meist eine Blume pro Stängel haben. Sie sind teilweise duftend.   Kleinstrauchrosen / Bodendeckerrosen: Diese Rosenklasse liegt im Wuchs- und Blühverhalten zwischen Beet und Strauchrosen. Auch teilweise duftend.
Strauchrosen: Es handelt sich hier um stark wachsende Sorten mit einer Wuchshöhe von über 100 cm, die ohne Kletterhilfe über genügend Stabilität verfügen. Einige Sorten verfügen über Duft.

Strauchrose „Westerland“ © Hans Heinrich Möller

Kletterrosen: Diese Rosengruppe benötigt immer eine Rank- oder Kletterhilfe. Die Wuchshöhe beginnt bei 1,50 m und kann eine Endhöhe von 4 m erreichen, teilweise duftend.
Ramblerrosen: Hier handelt es sich um besonders stark wachsende Kletterrosen, die durchaus eine Höhe von 8 m erreichen können. Häufig sind die Sorten einmal blühend. Besonders gut für Hauswände, große Pergolen und lichte Bäume geeignet, auch Sorten mit Duft dabei.

Ramblerrose „Venusta Pendula“ in einem lichten Baum © Hans Heinrich Möller

Zwergrosen: Bei dieser Gruppe handelt es sich um besonders kompakt bleibende Sorten, die für kleine Beete und Kübel geeignet sind.
Für die Auswahl der Sorten sollten einige wichtige Kriterien beachtet werden:
Zunächst muss der verfügbare Platz feststehen. Dann sollte der Gartenfreund sich über seine Wunschfarben klar sein. Es gibt etwa 30. 000 Rosensorten auf der Welt, wobei man sich auf das Angebot der namhaften Rosenanbieter beschränken sollte. Heute wird besonderer Wert auf Blattgesundheit und attraktives Aussehen gelegt. Seit 70 Jahren gibt es die ADR-Prüfung (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung.) Hier werden jährlich bis zu 50 neue Sorten 3 Jahre lang an 11 Standorten ohne Pflanzenschutzmittel getestet. Nach einem bestimmten Punktesystem erfolgt danach die Endbewertung. Hat die Sorte die härteste Rosenprüfung der Welt bestanden, bekommt sie das ADR-Gütezeichen verliehen. Das ist ein Garant für eine getestete, robuste Sorte. Die genauen Kriterien und das momentane Sortiment kann unter: www.adr-rose.de nachgelesen werden. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe weiterer empfehlenswerter Sorten, bei denen möglicherweise Pflanzenschutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen.

Pflanzung und Pflege von Wurzelnackten- und Container-Rosen

Wurzelnackte Rosen, das sind Pflanzen ohne Topfballen oder Container. Sie machen heute einen immer kleineren Anteil aus. Die beste Pflanzzeit ist ab Anfang Oktober in der frostfreien Zeit bis Anfang Mai. Rosen in Containern und Topfballen können bis auf Frostperioden ganzjährig gepflanzt werden.

Wurzelnackte Rose © Hans Heinrich Möller

Bei wurzelnackten Rosen werden vor der Pflanzung die oberirdischen Triebe bis auf zirka 15 – 20 cm eingekürzt. Ebenfalls sind beschädigte Wurzeln und die Wurzelspitzen zu kürzen.
Wichtig ist, dass Pflanzen mit feuchten Wurzeln in die Erde kommen! Das Pflanzloch wird so groß ausgehoben, dass das Wurzelwerk problemlos hinein passt. Dabei muss die Veredlungsstelle 5 cm unter der Erde sein. Das gilt auch bei der Pflanzung von Rosen im Container oder mit Topfballen. Die Erde wird lagenweise eingefüllt und angedrückt.
Abschließend wird regelmäßig gewässert, bis die Rosen angewurzelt sind.

Container Rose pflanzen © Kordes

Wurzelnackte Rosen werden nach der Pflanzung sowohl im Herbst als auch im Frühjahr zum Schutz gegen Austrocknung hoch angehäufelt.

Düngung
Gedüngt werden frisch gepflanzte Rosen erst, nachdem sie fest eingewurzelt sind. Mehrjährige Pflanzen werden im zeitigen Frühjahr mit organischen Düngern wie Hornspäne oder abgelagertem Stalldung versorgt. Die Umsetzung dauert durchaus 2 bis 3 Monate. Mineralische Dünger werden zum Zeitpunkt des Schnitts ausgebracht. Dabei sollten möglichst Langzeitdünger eingesetzt werden. Sie sind zwar etwas teurer, haben aber eine Wirkungsdauer von bis zu 9 Monaten. Die Gefahr der Nährstoffauswaschung ist wesentlich geringer, somit sind die Dünger erheblich umweltfreundlicher. Ab Anfang Juli sollte wegen der Ausreife nicht mehr mit Stickstoffdüngern gedüngt werden. Ende August sollte man zur besseren Ausreife mit 30 Gramm Kalimagnesia per qm düngen. Frisch gestreuter Dünger sollte wegen der besseren Wirkung grundsätzlich eingearbeitet werden.

Rosenschnitt und Rosenpflege im Frühjahr und Sommer

Häufig werden Rosen zu früh geschnitten. Der optimale Zeitpunkt ist, wenn die Forsythien blühen. Die Forsythie ist eine so genannte Zeigerpflanze. Sie öffnet ihre Blüten erst, wenn nicht mehr mit starken Frösten zu rechnen ist. Zu dieser Zeit kann auch der Winterschutz entfernt werden und die erste mineralische Düngung erfolgen.
Beet-, Edel-, Zwerg- und Kleinstrauchrosen werden nach der gleichen Methode geschnitten. Um kompakte und gedrungene Pflanzen zu erhalten, wird jedes Frühjahr auf 3 bis 4 Augen je Trieb zurückgeschnitten.

Straffer Rückschnitt bei den oben genannten Gruppen. © Hans Heinrich Möller

Bei Strauch- und Kletterrosen wird zwischen einmal und öfter blühenden Sorten unterschieden. Einmal blühende Sorten werden erst vorsichtig nach der Blüte ausgelichtet. Würde man diese Sorten zur klassischen Zeit schneiden, wird oft wertvolles Blütenholz entfernt, da die Sorten an den Kurztrieben des mehrjährigen Holzes blühen.
Öfter blühende Strauchrosen werden zur Forsythienblüte geschnitten. Damit die Pflanzen kompakt bleiben, werden sie auf ungefähr 1/3 eingekürzt. Dabei sollten maximal 3 Augen je jungem Trieb stehen bleiben.

Rückschnitt Strauchrose © Hans Heinrich Möller

Öfter blühende Kletterosen werden vorsichtig ausgelichtet, schwaches und abgestorbenes Holz wird entfernt, lange Triebe um 1/3 eingekürzt.
Ramblerrosen werden nur in den ersten Jahren nach der Pflanzung geschnitten, damit sie sich gut verzweigen. Später ist ein Pflegeschnitt wegen der Starkwüchsigkeit nicht mehr erforderlich und möglich.
Bei Stammrosen erfolgt auch ein ihrer Klasse entsprechender kräftiger Schnitt.

Starker Kronenschnitt der Rosen © Hans Heinrich Möller

Kaskadenrosen sind auf Stämme veredelte Kletterrosen, sie werden nur ausgelichtet.
Sommerschnitt
Um die Blütezeit zu verlängern, müssen verblühte Einzelblüten oder Dolden sofort heraus geschnitten werden. Bei Edelrosen sind es meist Einzelblüten, bei Beet- und Strauchrosen häufig Dolden. Sie werden bis auf das nächste voll entwickelte Auge heraus geschnitten. Die Pflanzen treiben in den nächsten Wochen wieder aus und bilden einen nächsten Flor.

Sommerschnitt der Rosen © Hans Heinrich Möller

Rosenpflege im Winter und eventuelle Pflanzenschutzmaßnahmen

Um viele Jahre Freude an den Rosen zu haben, ist ausreichender Winterschutz notwendig. Im Herbst sollten Rosen möglichst nicht geschnitten werden. Bestenfalls überlange Triebe entfernen. Frische Schnittwunden sind Eintrittspforten für Frost. Viele Sorten tragen Hagebutten, die als Winterfutter für Vögel dienen.
Die effektivste Methode ist das Anhäufeln. Ab Mitte Oktober werden die Beet-, Edel-, Zwerg- und Kleinstrauchrosen 20 bis 30 cm im Bereich der Veredlung mit Erde aus dem Nahbereich der Pflanzen angehäufelt. Zusätzlich können die Pflanzen mit Nadelholzreisig gegen die Wintersonne geschützt werden.

Optimaler Winterschutz für alle Rosen © Hans Heinrich Möller

Bei Strauch- und Kletterrosen reicht es aus, den Bereich der Veredlungsstelle etwas anzuhäufeln. Die Triebe können gegen Sonneneinstrahlung mit Reisig geschützt werden.
Stammrosen müssen auch sorgfältig geschützt werden. Bei jüngeren Pflanzen ist es häufig noch möglich, die Kronen runter zu legen und mit Erde zu bedecken. Ältere Pflanzen werden geschützt, indem die Stämme gegen Sonne zum Beispiel mit Reetmatten eingepackt werden. Die Kronen werden mit Reisig geschützt. Luftdurchlässiges Vlies eignet auch als Winterschutz bei Stammrosen.

Winterschutz bei Stammrosen © Hans Heinrich Möller

Keinesfalls sollten Plastikfolien verwendet werden, hier steigt bei Sonneneinstrahlung die Temperatur schnell an und die Pflanzen beginnen zu treiben. Dadurch steigt die Gefahr des Erfrierens.

Bei Verwendung robuster Rosensorten und fachgerechter Pflege kann man auf Pflanzenschutz verzichten. Tierische Schädlinge wie Blattläuse muss man beobachten. Meist schaffen es Vögel, Florfliegenlarven, Marienkäfer und ihre Larven und Schlupfwespen die Blattläuse in wenigen Tagen zu vernichten. Sollte der Befall zu stark sein, kann mit einer 2% Lösung aus Schmierseife abends gespritzt werden. Der Erfolg ist schon am nächsten Tag sichtbar. Bei Befall von Spinnmilben, Rosentriebbohrern und Blattrollwespen können die Maßnahmen im Buch „Optimale Rosenpflege in Bildern“ nachgelesen werden. Auch sind sonstige Schadbilder hier abgebildet. Sollten bei älteren und historischen Sorten pilzliche Erkrankungen auftreten, ist bei Pflanzenschutzämtern oder im qualifizierten Fachhandel nach geeigneten Mitteln nachzufragen.

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Über den Autor

Hans Heinrich Möller, Baumschulmeister, war viele Jahre als Betriebsleiter und Ausbilder in 2 Baumschulen tätig. Der Rosenkultur galt immer das besondere Interesse. Seit 15 Jahren ist er als Prüfer in der ADR-Rosenneuheitenprüfung tätig. Regelmäßig werden Schnitt-und Pflegeseminare für Hobbygärtner und Arbeitnehmer im Garten- und Landschaftsbau in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein durchgeführt. Ferner ist der Autor als Preisrichter im Bereich Gartenrosen und Gehölze bei Bundes- und Internationalen Gartenschauen tätig.

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